Ernährung bei Erkrankung

Ernährung, Immunsystem und Erkältung

TR Von der Throphia-Redaktion, evidenzbasiert nach Leitlinien und DGE · aktualisiert Juni 2026

Bei den ersten Halsschmerzen greifen viele zu Vitamin C. Die Evidenz dafür ist schwächer als der Ruf. Fürs Immunsystem zählt das Gesamtbild – und bei Erkältung vor allem Geduld, Flüssigkeit und Ruhe.

Auf einen Blick

  • Eine ausgewogene Ernährung versorgt das Immunsystem – kein einzelnes Wundermittel.
  • Vitamin C beugt Erkältungen für die meisten nicht vor; der Effekt ist gering.
  • Zink kann früh genommen die Dauer evtl. leicht verkürzen – uneinheitlich.
  • Bei Erkältung: trinken, leicht essen, ruhen; Mängel vermeiden.

Das Immunsystem braucht eine gute Nährstoffversorgung, aber „boosten" lässt es sich nicht per Pille. Wichtiger als einzelne Mittel ist, Mängel zu vermeiden und insgesamt ausgewogen zu essen.

Was das Immunsystem braucht

  • Vielfalt: Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Vollkorn, gute Eiweißquellen liefern die nötigen Vitamine und Mineralstoffe (u. a. Vitamin C, D, Zink, Eisen, Selen).
  • Mängel vermeiden: ein Mangel (z. B. an Vitamin D, Zink, Eisen) kann die Abwehr schwächen – relevanter als ein Überschuss.
  • Vitamin D: in der dunklen Jahreszeit häufig knapp; ein Ausgleich ist sinnvoll, Status ggf. prüfen.

Mythen und Realität

  • Vitamin C: beugt Erkältungen in der Allgemeinbevölkerung nicht zuverlässig vor und verkürzt sie höchstens minimal. Hochdosen bringen keinen klaren Zusatznutzen.
  • Zink: sehr früh bei Symptombeginn eingenommen, könnte die Dauer etwas verkürzen – die Studien sind uneinheitlich, und Hochdosen haben Nebenwirkungen.
  • Hühnersuppe & heiße Getränke: tun gut, wärmen und liefern Flüssigkeit – ein netter, wenn auch unspezifischer Effekt.
  • Bei Erkältung: viel trinken, leichte Kost, Ruhe. Die meisten Erkältungen klingen von selbst ab.

Bei hohem Fieber, Atemnot oder anhaltenden Beschwerden ärztlich abklären.

Quellen: Übersichtsarbeiten zu Vitamin C und Zink bei Erkältung; Einordnung zu Mikronährstoffen und Immunfunktion. Allgemeine Information, kein Ersatz für ärztlichen Rat.

Zinkreiche Lebensmittel

Zink ist an der Immunfunktion beteiligt. Besonders zinkreich sind Meeresfrüchte, Kerne, Samen und Käse:

LebensmittelGehalt je 100 g
Europäische Auster gegrillt 93 mg
Kürbiskern geröstet ohne Fett 6,3 mg
Pinienkern geröstet ohne Fett 6,1 mg
Sesam 6 mg
Hartkäse mind. 30 % Fett i. Tr. 5,9 mg
Sonnenblumenkern 5,8 mg
Chia-Samen 5,7 mg
Walnuss gemahlen 5,4 mg

Werte je 100 g essbarer Anteil, Quelle: Bundeslebensmittelschlüssel (BLS 4.0). Automatisch aus unserer Nährwert-Datenbank.

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Kein Ersatz für ärztlichen Rat. Dieser Text ordnet den allgemeinen Evidenzstand ein und ersetzt keine Diagnose oder Therapie. Ernährungsumstellungen bei einer Erkrankung bitte mit der behandelnden Ärztin, dem Arzt oder einer Ernährungsfachkraft abstimmen – besonders bei Medikamenten.

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Häufige Fragen

Beugt Vitamin C Erkältungen vor?+

Für die meisten Menschen nicht zuverlässig. Studien zeigen, dass eine regelmäßige Einnahme Erkältungen in der Allgemeinbevölkerung nicht sicher verhindert und sie höchstens minimal verkürzt. Hochdosen bringen keinen klaren Zusatznutzen. Sinnvoller ist, über eine ausgewogene Ernährung gut mit Vitamin C und anderen Nährstoffen versorgt zu sein.

Hilft Zink gegen Erkältung?+

Möglicherweise ein wenig, wenn es sehr früh bei den ersten Symptomen eingenommen wird, dann könnte es die Dauer leicht verkürzen. Die Studienlage ist aber uneinheitlich, und hohe Dosen können Nebenwirkungen haben. Ein generelles Wundermittel ist Zink nicht, und eine dauerhafte Hochdosierung ist nicht zu empfehlen.

Kann ich mein Immunsystem mit Ernährung stärken?+

Du kannst es gut versorgen, aber nicht über das normale Maß hinaus boosten. Wichtig ist, Mängel etwa an Vitamin D, Zink oder Eisen zu vermeiden und insgesamt ausgewogen und vielfältig zu essen. Einzelne Wundermittel oder hochdosierte Präparate bringen für gesunde Menschen meist keinen Zusatznutzen.

Allgemeine Information, kein Ersatz für individuelle Diagnose oder Beratung. Quellen und Einordnung nach anerkannten Leitlinien, DGE und EFSA.