Ernährung bei Erkrankung

Cholesterin senken durch Ernährung

TR Von der Throphia-Redaktion, evidenzbasiert nach Leitlinien und DGE · aktualisiert Juni 2026

Beim Cholesterin halten sich viele Mythen – vom verteufelten Ei bis zum Wundermittel. Was zählt, ist nüchterner: vor allem die Art der Fette und genug Ballaststoffe. Hier der belegte Kern.

Auf einen Blick

  • Wichtiger als Cholesterin im Essen ist die Art der Fette: ungesättigt statt gesättigt.
  • Lösliche Ballaststoffe (Hafer, Hülsenfrüchte) senken das LDL.
  • Eier sind für die meisten weit weniger relevant als lange gedacht.
  • Mediterranes Muster + Bewegung + Gewicht wirken zusammen.

Cholesterin ist lebenswichtig, aber zu viel „schlechtes" LDL-Cholesterin fördert Ablagerungen in den Gefäßen. Ernährung kann das LDL senken – wie stark, ist individuell, weil der Körper auch selbst Cholesterin bildet.

Fette: der entscheidende Punkt

GünstigerUngünstiger
Olivenöl, RapsölButter, Schmalz in Menge
Nüsse, Avocadofettes/verarbeitetes Fleisch, Wurst
fetter Seefisch (Omega-3)Frittiertes, viele Backwaren
Transfette (gehärtete Fette)

Gesättigte Fette teilweise durch ungesättigte zu ersetzen, ist die wirksamste Ernährungsmaßnahme fürs LDL. Transfette sind am ungünstigsten und sollten so gering wie möglich sein.

Ballaststoffe und mehr

  • Lösliche Ballaststoffe: Haferflocken, Gerste, Hülsenfrüchte, Äpfel – sie binden Gallensäuren und senken LDL.
  • Pflanzensterine (in angereicherten Produkten) können LDL etwas senken; sinnvoll nur gezielt, nicht für jeden nötig.
  • Weniger Zucker und Alkohol hilft vor allem den Triglyzeriden.

Und das Ei? Für die meisten Menschen hat Nahrungscholesterin nur geringen Einfluss auf den Blutwert. Ein moderater Eierkonsum ist im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung unproblematisch.

Quellen: Leitlinien zu Blutfetten/kardiovaskulärer Prävention; DGE-Empfehlungen zu Fettqualität; Studien zu löslichen Ballaststoffen. Allgemeine Information, kein Ersatz für ärztlichen Rat. Bei stark erhöhten Werten oder familiärer Belastung ärztlich abklären.

Ballaststoffreiche Lebensmittel

Lösliche Ballaststoffe binden Gallensäuren und können das LDL-Cholesterin senken. Diese Lebensmittel liefern besonders viele Ballaststoffe:

LebensmittelGehalt je 100 g
Chia-Samen 40,2 g
Kidneybohne reif 24,9 g
Gartenbohne reif 23,2 g
Leinsamen 22,7 g
Sojabohne reif, geröstet ohne Fett (Sojakerne) 22,4 g
Erbse reif 22 g
Mohn 20,5 g
Roggen Backschrot, Type 1800 19,9 g
Roggen Vollkornschrot 19,1 g
Weizen Keim 18,5 g

Werte je 100 g essbarer Anteil, Quelle: Bundeslebensmittelschlüssel (BLS 4.0). Automatisch aus unserer Nährwert-Datenbank.

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Kein Ersatz für ärztlichen Rat. Dieser Text ordnet den allgemeinen Evidenzstand ein und ersetzt keine Diagnose oder Therapie. Ernährungsumstellungen bei einer Erkrankung bitte mit der behandelnden Ärztin, dem Arzt oder einer Ernährungsfachkraft abstimmen – besonders bei Medikamenten.

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Häufige Fragen

Muss ich auf Eier verzichten, wenn mein Cholesterin hoch ist?+

Für die meisten Menschen nicht. Das Cholesterin aus der Nahrung beeinflusst den Blutwert weniger als früher angenommen; entscheidender ist die Art der Fette insgesamt. Ein moderater Eierkonsum ist in einer ausgewogenen Ernährung in der Regel unbedenklich. Bei bestimmten Stoffwechsellagen kann es individuell anders sein.

Welche Lebensmittel senken Cholesterin am besten?+

Hafer und andere lösliche Ballaststoffe, Hülsenfrüchte, Nüsse, Olivenöl und fetter Seefisch gehören zu den günstigsten. Der Effekt kommt vor allem daraus, gesättigte Fette teilweise durch ungesättigte zu ersetzen und reichlich Ballaststoffe zu essen. Ein einzelnes Wundermittel gibt es nicht.

Reicht Ernährung, um Cholesterin zu senken?+

Das hängt von Ausgangswert, Risiko und Veranlagung ab. Ernährung und Bewegung können das LDL senken, bei familiär bedingt hohen Werten oder hohem Herz-Kreislauf-Risiko reicht das oft nicht allein. Ob zusätzlich Medikamente nötig sind, entscheidet die ärztliche Einschätzung.

Allgemeine Information, kein Ersatz für individuelle Diagnose oder Beratung. Quellen und Einordnung nach anerkannten Leitlinien, DGE und EFSA.