Ernährung bei Erkrankung

Ernährung bei COPD

TR Von der Throphia-Redaktion, evidenzbasiert nach Leitlinien und DGE · aktualisiert Juni 2026

Bei COPD kostet allein das Atmen Energie. Ungewollter Gewichts- und Muskelverlust ist häufig und ungünstig. Deshalb steht hier oft im Vordergrund: genug Energie und Eiweiß, clever verteilt.

Auf einen Blick

  • Gewicht und Muskeln erhalten – ungewollter Verlust verschlechtert die Prognose.
  • Genug Energie und Eiweiß, nährstoffdicht essen.
  • Kleine, häufige Mahlzeiten gegen Atemnot und schnelles Sättigen.
  • Bei starkem Gewichtsverlust ärztliche/ernährungstherapeutische Hilfe.

COPD ist eine chronische Lungenerkrankung. Die erhöhte Atemarbeit steigert den Energieverbrauch, gleichzeitig fällt das Essen oft schwer. Mangelernährung und Muskelabbau sind häufige, ungünstige Folgen – hier setzt die Ernährung an.

Die Schwerpunkte

  • Ausreichend Energie: nährstoff- und energiedichte Lebensmittel (gute Öle, Nüsse, Vollfett-Milchprodukte) helfen, das Gewicht zu halten.
  • Genug Eiweiß: erhält die Atem- und Skelettmuskulatur – über den Tag verteilt.
  • Kleine, häufige Mahlzeiten: ein voller Magen kann die Atmung erschweren; mehrere kleine Portionen sind leichter.
  • Obst und Gemüse für Mikronährstoffe; auf Vitamin D und Calcium achten (auch wegen Knochen bei Kortison).

Praktische Tipps

  • Vor dem Essen ausruhen, in Ruhe und aufrecht essen.
  • Bei Atemnot beim Essen kleinere Bissen, langsam.
  • Übermäßig blähende Speisen, wenn sie das Zwerchfell drücken, individuell anpassen.
  • Bei ungewolltem Gewichtsverlust frühzeitig ärztlich/ernährungstherapeutisch gegensteuern, ggf. Trinknahrung.

Quellen: COPD-Leitlinien; Empfehlungen zu Ernährung und Mangelernährung bei chronischer Lungenerkrankung. Allgemeine Information, kein Ersatz für ärztliche Beratung.

Eiweißreiche Lebensmittel

Eiweiß erhält die Atem- und Skelettmuskulatur. Gute Quellen, über den Tag verteilt:

LebensmittelGehalt je 100 g
Rebhuhn Fleisch, gebraten ohne Fett (Ofen) 54,4 g
Sojabohne reif, geröstet ohne Fett (Sojakerne) 38,2 g
Rind Hüfte, gekocht 36,2 g
Hartkäse mind. 30 % Fett i. Tr. 35,6 g
Kürbiskern 35,5 g
Pute Brust, ohne Haut, geschmort ohne Fett 34,1 g
Schnittkäse halbfest mind. 20 % Fett i. Tr. 33,8 g
Schaf Keule, mager, geschmort ohne Fett 33,5 g

Werte je 100 g essbarer Anteil, Quelle: Bundeslebensmittelschlüssel (BLS 4.0). Automatisch aus unserer Nährwert-Datenbank.

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Kein Ersatz für ärztlichen Rat. Dieser Text ordnet den allgemeinen Evidenzstand ein und ersetzt keine Diagnose oder Therapie. Ernährungsumstellungen bei einer Erkrankung bitte mit der behandelnden Ärztin, dem Arzt oder einer Ernährungsfachkraft abstimmen – besonders bei Medikamenten.

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Häufige Fragen

Warum verlieren viele Menschen mit COPD Gewicht?+

Die erschwerte Atmung erhöht den Energieverbrauch, während Appetit und Essen oft leiden, etwa durch Atemnot beim Kauen oder schnelles Sättigungsgefühl. Dadurch kommt es häufig zu ungewolltem Gewichts- und Muskelverlust, der die Belastbarkeit und Prognose verschlechtert. Genug Energie und Eiweiß sind deshalb wichtig.

Was hilft gegen Atemnot beim Essen?+

Kleine, häufige Mahlzeiten statt weniger großer entlasten, weil ein voller Magen die Atmung erschwert. Hilfreich ist außerdem, vor dem Essen auszuruhen, aufrecht und in Ruhe zu essen, kleinere Bissen zu nehmen und langsam zu kauen. Energiedichte Lebensmittel liefern viel in kleiner Menge.

Sollten Menschen mit COPD zunehmen oder abnehmen?+

Das hängt vom Ausgangsgewicht ab. Häufig ist ungewollter Gewichtsverlust das Problem, dann geht es um Erhalt oder Aufbau von Gewicht und Muskeln. Bei Übergewicht kann eine moderate Reduktion die Atemarbeit erleichtern. In beiden Fällen ist eine individuelle, am besten begleitete Strategie sinnvoll.

Allgemeine Information, kein Ersatz für individuelle Diagnose oder Beratung. Quellen und Einordnung nach anerkannten Leitlinien, DGE und EFSA.