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Ergocalciferol (Vitamin D2)

Ergocalciferol (Vitamin D2) ist eine pflanzlich-fungale Form des fettlöslichen Vitamins D, die durch UV-Bestrahlung von Ergosterol in Pilzen, Hefen und …

Lebensmittel mit Vitamin D
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Ergocalciferol (Vitamin D2) ist eine pflanzlich-fungale Form des fettlöslichen Vitamins D, die durch UV-Bestrahlung von Ergosterol in Pilzen, Hefen und Flechten entsteht. Im menschlichen Körper wird es zur biologisch aktiven Form umgewandelt und reguliert vor allem den Calcium- und Phosphathaushalt sowie die Knochenmineralisierung.

MerkmalAngabe
Chemische EinordnungFettlösliches Secosteroid, Vitamin-D-Form aus Ergosterol
HerkunftPilze, Hefen, Flechten (UV-bestrahltes Ergosterol)
HauptfunktionRegulation von Calcium- und Phosphathaushalt, Knochengesundheit (DeLuca 2004)
Aktiver Metabolit1,25-Dihydroxyvitamin D (Calcitriol)
MangelzeichenRachitis (Kinder), Osteomalazie (Erwachsene) (Holick 2007)

Was ist Ergocalciferol (Vitamin D2) genau?

Ergocalciferol ist eine von zwei nutritiv relevanten Formen des Vitamin D; die andere ist Cholecalciferol (Vitamin D3). Beide gehören zur Gruppe der Secosteroide – Steroidstrukturen mit einem aufgebrochenen Ring. Vitamin D2 entsteht, wenn ultraviolettes Licht auf Ergosterol trifft, ein Sterol, das in den Zellmembranen von Pilzen, Hefen und Flechten vorkommt. Damit unterscheidet sich D2 in seiner Herkunft grundlegend von D3, das in der menschlichen und tierischen Haut aus 7-Dehydrocholesterol gebildet wird.

Strukturell unterscheiden sich D2 und D3 lediglich in der Seitenkette: Ergocalciferol besitzt eine zusätzliche Methylgruppe und eine Doppelbindung. Diese geringen Unterschiede beeinflussen den Stoffwechsel, die Bindung an Transportproteine und teilweise die Wirkdauer. Funktionell durchlaufen beide Formen jedoch denselben Aktivierungsweg und binden an denselben Vitamin-D-Rezeptor. Laut DeLuca (2004) ist Vitamin D im engeren Sinne kein klassisches Vitamin, sondern die Vorstufe eines Hormons, da der aktive Metabolit endokrin auf zahlreiche Zielgewebe wirkt.

Wie wird Ergocalciferol im Körper aktiviert?

Ergocalciferol ist selbst biologisch weitgehend inaktiv und muss in zwei Hydroxylierungsschritten in seine wirksame Form überführt werden. Dieser Prozess verläuft prinzipiell identisch zu dem von Vitamin D3.

Nach der Aufnahme über den Darm gelangt Ergocalciferol in die Leber. Dort wird es zu 25-Hydroxyvitamin D (25(OH)D) umgewandelt – der Speicher- und Transportform, deren Konzentration im Blut den Versorgungsstatus widerspiegelt. In der Niere erfolgt anschließend der zweite Schritt zur aktiven Form, dem 1,25-Dihydroxyvitamin D (Calcitriol). Laut Christakos et al. (2016) wird diese renale Aktivierung streng durch das Parathormon, den Calcium- und Phosphatspiegel sowie den Fibroblasten-Wachstumsfaktor 23 reguliert.

Das aktive Calcitriol bindet an den Vitamin-D-Rezeptor (VDR), der in nahezu allen Körpergeweben vorkommt. Über diesen Rezeptor steuert Vitamin D die Aktivität zahlreicher Gene. Laut Christakos et al. (2016) erklärt diese breite Rezeptorverteilung, warum Vitamin D neben der klassischen Knochenwirkung auch sogenannte pleiotrope Effekte auf Immunzellen, Muskelzellen und weitere Gewebe entfaltet.

Welche Funktionen hat Vitamin D2 im Körper?

Die zentrale und am besten belegte Funktion von Vitamin D – unabhängig davon, ob als D2 oder D3 zugeführt – ist die Aufrechterhaltung der Calcium- und Phosphathomöostase und damit eines gesunden Knochenstoffwechsels.

  • Calciumaufnahme: Vitamin D fördert die aktive Resorption von Calcium aus dem Darm. Laut Holick (2007) wird ohne ausreichendes Vitamin D nur ein Bruchteil des zugeführten Nahrungscalciums aufgenommen.
  • Knochenmineralisierung: Durch die Bereitstellung von Calcium und Phosphat unterstützt Vitamin D die Einlagerung dieser Mineralien in die Knochenmatrix (DeLuca 2004).
  • Muskelfunktion: Vitamin-D-Rezeptoren in der Muskulatur deuten auf eine Rolle für die neuromuskuläre Funktion hin.
  • Zelluläre Regulation: Laut Christakos et al. (2016) beeinflusst Vitamin D Zellteilung, Differenzierung und Immunfunktionen über genregulatorische Mechanismen.

Bleibt die Versorgung unzureichend, kann der Körper die Calciumhomöostase nur durch Mobilisierung von Calcium aus dem Knochen aufrechterhalten, was langfristig die Knochenfestigkeit beeinträchtigt.

Was unterscheidet Vitamin D2 von Vitamin D3?

Vitamin D2 und Vitamin D3 erfüllen dieselbe biologische Grundfunktion, unterscheiden sich aber in Herkunft, Stoffwechseldetails und teilweise in der Wirksamkeit zur Anhebung des Blutspiegels.

  • Herkunft: D2 stammt aus Pilzen, Hefen und Flechten; D3 wird in der Haut unter Sonneneinstrahlung gebildet und kommt in tierischen Lebensmitteln vor.
  • Bildung in der Haut: Laut Holick (2004) entsteht in der menschlichen Haut ausschließlich Vitamin D3 aus 7-Dehydrocholesterol unter UV-B-Strahlung – Vitamin D2 kann der Körper nicht selbst produzieren.
  • Verfügbarkeit für Vegetarier: Da D2 nicht-tierischen Ursprungs ist, gilt es als pflanzlich verträgliche Option zur Vitamin-D-Versorgung.
  • Stoffwechsel: Beide Formen werden über dieselben Leber- und Nierenschritte aktiviert; die geringen strukturellen Unterschiede können jedoch die Halbwertszeit und Bindung an das Vitamin-D-bindende Protein beeinflussen.

In der wissenschaftlichen Diskussion wird häufig erörtert, ob D3 den 25(OH)D-Spiegel im Blut effizienter und länger anhebt als D2. Beide Formen werden jedoch grundsätzlich zur Korrektur eines Vitamin-D-Mangels eingesetzt.

Wie viel Vitamin D braucht der Körper?

Der Vitamin-D-Bedarf wird in der Regel nicht getrennt nach D2 und D3 ausgewiesen, da beide Formen zur Gesamtversorgung beitragen. Maßgeblich ist die Höhe der 25-Hydroxyvitamin-D-Konzentration im Blut, die den tatsächlichen Versorgungsstatus widerspiegelt.

Laut Holick und Chen (2008) ist ein Vitamin-D-Mangel ein weltweit verbreitetes Problem, das große Teile der Bevölkerung in unterschiedlichen Regionen betrifft. Als Hauptursachen gelten unzureichende Sonnenexposition, hoher Breitengrad, Hautpigmentierung, Alter sowie geringe nutritive Zufuhr. Die Eigensynthese in der Haut ist physiologisch die wichtigste Quelle, kann aber je nach Lebensstil, Jahreszeit und geografischer Lage stark eingeschränkt sein.

In solchen Situationen gewinnt die Zufuhr über die Ernährung oder über Supplemente an Bedeutung. Ergocalciferol ist dabei eine der eingesetzten Formen, insbesondere wenn eine nicht-tierische Quelle bevorzugt wird. Die konkrete Höhe einer zweckmäßigen Zufuhr sollte individuell und idealerweise auf Basis eines gemessenen Blutspiegels ärztlich festgelegt werden.

Welche Lebensmittel enthalten Vitamin D2?

Vitamin D2 kommt natürlicherweise vor allem in Pilzen vor, sofern diese UV-Licht ausgesetzt waren. Insgesamt liefern wenige Lebensmittel nennenswerte Mengen Vitamin D, weshalb die Ernährung allein häufig nicht ausreicht, um den Bedarf zu decken.

  • UV-behandelte Pilze: Speisepilze können unter UV-Bestrahlung relevante Mengen Ergocalciferol bilden, da sie Ergosterol enthalten.
  • Hefen und Flechten: Diese dienen als Ausgangsmaterial für pflanzlich gewonnenes Vitamin D2.
  • Angereicherte Lebensmittel: In manchen Ländern werden Lebensmittel mit Vitamin D2 oder D3 angereichert.

Tierische Lebensmittel wie fetter Fish, Eigelb oder Lebertran enthalten dagegen primär Vitamin D3. Laut Holick und Chen (2008) trägt die geringe natürliche Verbreitung von Vitamin D in der Nahrung mit dazu bei, dass ein Mangel weltweit so häufig auftritt – die Sonnenexposition bleibt physiologisch die wichtigste Quelle.

Was passiert bei einem Vitamin-D-Mangel?

Ein anhaltender Vitamin-D-Mangel führt zu einer gestörten Calcium- und Phosphatverwertung und damit zu charakteristischen Knochenerkrankungen.

Laut Holick (2007) äußert sich ein schwerer Mangel bei Kindern als Rachitis mit Verformungen und Wachstumsstörungen des noch wachsenden Skeletts. Bei Erwachsenen führt ein Mangel zur Osteomalazie, einer Erweichung des Knochens durch unzureichende Mineralisierung. Beide Zustände beruhen darauf, dass ohne ausreichendes Vitamin D zu wenig Calcium aufgenommen und in den Knochen eingelagert wird.

Darüber hinaus wird ein langfristiger Mangel mit verminderter Knochendichte und einem erhöhten Risiko für Knochenbrüche in Verbindung gebracht. Laut Holick (2004) wird zudem ein möglicher Zusammenhang zwischen niedrigem Vitamin-D-Status und einem erhöhten Risiko für bestimmte Autoimmunerkrankungen, Krebsarten und Herz-Kreislauf-Erkrankungen diskutiert. Diese Zusammenhänge sind Gegenstand intensiver Forschung, gelten aber als weniger gesichert als die belegte Rolle im Knochenstoffwechsel.

Wie ist die Studienlage zu Vitamin D einzuordnen?

Die Datenlage zu Vitamin D ist umfangreich, aber im Hinblick auf einzelne Anwendungsgebiete unterschiedlich gut gesichert. Eine klare Einordnung hilft, gesicherte Effekte von vorläufigen Hypothesen zu trennen.

  • Gut belegt: Die Rolle von Vitamin D im Calcium- und Knochenstoffwechsel sowie die Ursache von Rachitis und Osteomalazie bei Mangel gelten als gesichert (Holick 2007; DeLuca 2004).
  • Plausibel, aber weniger eindeutig: Die pleiotropen Wirkungen über den weit verbreiteten Vitamin-D-Rezeptor auf Immunsystem und Zelldifferenzierung sind biologisch nachvollziehbar (Christakos et al. 2016), die klinische Relevanz im Einzelfall ist jedoch differenzierter zu betrachten.
  • Vorläufig bzw. diskutiert: Zusammenhänge mit Autoimmunerkrankungen, Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen werden untersucht, lassen aber laut Holick (2004) noch keine pauschalen Aussagen über einen ursächlichen Schutz durch Supplementierung zu.

Insgesamt rechtfertigt die belegte Bedeutung für den Knochenstoffwechsel die Aufmerksamkeit für eine ausreichende Versorgung. Weitergehende Gesundheitsversprechen sollten jedoch kritisch betrachtet werden, da sie wissenschaftlich nicht im selben Maße abgesichert sind.

Wie sicher ist die Einnahme von Vitamin D2?

Vitamin D ist fettlöslich und wird im Körper gespeichert, weshalb eine dauerhaft sehr hohe Zufuhr – im Gegensatz zur Eigensynthese über die Haut – grundsätzlich zu einer Überversorgung führen kann. Die körpereigene Bildung in der Haut ist hingegen selbstlimitierend und führt nicht zu einer Vergiftung.

Eine Vitamin-D-Überdosierung kann zu erhöhten Calciumspiegeln im Blut (Hyperkalzämie) führen, mit möglichen Folgen wie Übelkeit, Müdigkeit oder, bei langanhaltender starker Überdosierung, Verkalkungen. Solche Effekte entstehen typischerweise nur durch sehr hohe Mengen über Supplemente, nicht durch normale Ernährung oder Sonnenlicht.

Da der individuelle Bedarf von Faktoren wie Sonnenexposition, Alter, Hautpigmentierung und bestehendem Versorgungsstatus abhängt, ist eine an den gemessenen Blutspiegel angepasste, ärztlich begleitete Dosierung sinnvoll. Selbstständige hochdosierte Einnahmen ohne Kontrolle sind nicht zu empfehlen.

Häufige Fragen

Ist Vitamin D2 pflanzlich?

Ja, Ergocalciferol gilt als pflanzlich beziehungsweise nicht-tierisch, da es aus UV-bestrahltem Ergosterol gewonnen wird, das in Pilzen, Hefen und Flechten vorkommt. Damit ist Vitamin D2 eine geeignete Option für Menschen, die tierische Quellen meiden, etwa Vegetarier und Veganer.

Kann der Körper Vitamin D2 selbst bilden?

Nein. Laut Holick (2004) entsteht in der menschlichen Haut unter UV-B-Strahlung ausschließlich Vitamin D3 aus 7-Dehydrocholesterol. Vitamin D2 muss über die Nahrung oder über Supplemente zugeführt werden, da der Körper es nicht selbst synthetisieren kann. Die Eigensynthese betrifft also nur die D3-Form.

Ist Vitamin D2 oder D3 besser?

Beide Formen werden über dieselben Stoffwechselwege aktiviert und erfüllen dieselbe Grundfunktion. In der Diskussion wird häufig angenommen, dass D3 den Blutspiegel effizienter anhebt. Beide Formen werden jedoch zur Behebung eines Mangels eingesetzt. Welche Form geeignet ist, hängt von individuellen Faktoren und ärztlicher Einschätzung ab.

Woran erkennt man einen Vitamin-D-Mangel?

Ein Mangel verläuft oft zunächst unauffällig. Laut Holick (2007) zeigt sich ein schwerer Mangel bei Kindern als Rachitis und bei Erwachsenen als Osteomalazie mit Knochenschmerzen und Muskelschwäche. Verlässlich erfassbar ist der Status nur über die Messung des 25-Hydroxyvitamin-D-Spiegels im Blut durch ärztliche Diagnostik.

Warum ist ein Vitamin-D-Mangel so weit verbreitet?

Laut Holick und Chen (2008) ist ein Vitamin-D-Mangel ein weltweites Problem. Ursachen sind unter anderem geringe Sonnenexposition, höhere Breitengrade, dunklere Hautpigmentierung, höheres Lebensalter und die geringe natürliche Verbreitung von Vitamin D in Lebensmitteln. Dadurch reichen weder Ernährung noch Sonnenlicht bei vielen Menschen aus.

Kann man Vitamin D2 überdosieren?

Ja, durch sehr hohe und langfristige Einnahme von Supplementen kann es zu einer Überversorgung mit erhöhten Calciumwerten im Blut kommen. Eine Überdosierung über Sonnenlicht oder normale Ernährung ist hingegen praktisch ausgeschlossen. Eine hochdosierte Einnahme sollte daher nur unter ärztlicher Kontrolle und auf Basis von Blutwerten erfolgen.

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche oder ernährungsmedizinische Beratung. Er enthält keine Heilversprechen. Bei Verdacht auf einen Vitamin-D-Mangel, vor Beginn einer Supplementierung oder bei bestehenden Erkrankungen sollten Sie ärztlichen Rat einholen und die Dosierung auf Basis geeigneter Laboruntersuchungen festlegen lassen.

Wissenschaftliche Quellen

Ausgewählte begutachtete Übersichtsarbeiten zu diesem Thema:

  • Holick MF.: Vitamin D deficiency. N Engl J Med, 2007. doi:10.1056/nejmra070553
  • Holick MF, Chen TC.: Vitamin D deficiency: a worldwide problem with health consequences. Am J Clin Nutr, 2008. doi:10.1093/ajcn/87.4.1080s
  • Holick MF.: Sunlight and vitamin D for bone health and prevention of autoimmune diseases, cancers, and cardiovascular disease. Am J Clin Nutr, 2004. doi:10.1093/ajcn/80.6.1678s
  • DeLuca HF.: Overview of general physiologic features and functions of vitamin D. Am J Clin Nutr, 2004. doi:10.1093/ajcn/80.6.1689s
  • Christakos S, Dhawan P, Verstuyf A et al.: Vitamin D: Metabolism, Molecular Mechanism of Action, and Pleiotropic Effects. Physiol Rev, 2016. doi:10.1152/physrev.00014.2015

Quellen über Europe PMC ermittelt. Bitte Originalarbeiten konsultieren.

📊 Infografik: Die Vitamin D-reichsten Lebensmittel Top-10-Diagramm, Tagesbedarf nach Alter & Geschlecht und Portionstipps

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